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sekündlich...

Das mit den Sekunden ist so eine Sache. Meist sind sie flüchtig und mit dem Windhauch der Zeit ist eine Sekunde schnell wieder vorbei und wird von der nächsten Sekunde ersetzt.
So dreht sich die Zeit immer weiter und aus all den kleinen Einheiten wird eine halbe Ewigkeit. Manchmal läuft man gedanklich an den von Gras und Moos bewachsenen Eisenbahnschienen der Vergangenheit entlang und versucht sich zu erinnern, doch viele sind im Nebel der Geschichte nur noch eine Ahnung, eine verschwommene Wirklichkeit, beinahe wie aus einer anderen Welt.
Manchmal ist das schade. Oft ist das gut so. Aber dann gibt es auch jene Sekunden, die sich einen in den Kopf oder ins Herz brennen, die man nie mehr vergisst und sein ganzes Leben lang mit sich trägt.
Manchmal sind das unsagbar schöne Dinge, die wie ein immerwährendes Geschenk in uns verbleiben. Aber ebenso können es leider manchmal auch sehr schreckliche Sekunden der Angst, des Schreckens und des Leids sein, die auch in uns verbleiben und uns selbst noch Jahre und Jahrzehnte danach gefangen halten.
Und so unbedeutend und flüchtig uns eine Sekunde oft erscheint, so wissen wir doch wie lang und bedeutend eine Sekunde oft sein kann. Eine Sekunde des Zögerns, eine Sekunde des Nachdenkens, eine Sekunde zu früh oder eine Sekunde zu spät kann über Leben und Tod entscheiden, über Glück und Unglück. Und während ein neuer Tropfen ins Meer der Zeit fällt, wird es mir schlagartig bewusst - in jeder kurzen Sekunde liegt die Ewigkeit.
Sylvie Caputo-Grohne
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© Sylvie Caputo-Grohne
