In Farbe traeumen
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    In Farbe traeumen

    Wenn du meinem Blute lauschst, hörst du dann die Melodie ?
    Wenn, dann weißt du, was durch meine Venen rauscht - es ist Poesie...

    © Sylvie Grohne



    ~Licentia poetica~





    Der Gedichteband ist wie folgt aufgeteilt:

    Buch I: blutrot und himmelblau
    Buch II: nebelgrau und dunkelfarben
    Buch III: erdfarben und pastelgetönt


    es hat 103 Seiten und einen Preis von 8,60 € .
    ISBN: 3-939404-87-X

    Bestellungen im Buchhandel, bei Amazon oder beim Engelsdorfer Verlag


    Leseprobe


    Albatros


    Seht mich an!
    Hört mir zu!

    Ich will endlich reden.
    Herausschreien,
    Was in meinem Innersten brennt.
    Das Brandmal meiner Seele,
    Das von euch niemand kennt.

    Es war schon immer da,
    Unbemerkt, betäubt, verdrängt.
    In Autorität eingepackt
    Und in Norm gezwängt.

    Zu lang hab` ich geschwiegen.
    Stumm akzeptiert.
    Hab euren Standpunkt
    Oft nicht kapiert.
    Ließ mich von vielen Händen führen,
    In Richtung Unbekannt,
    Folgte mit verbundenen Augen
    Dem Druck einer Hand.

    Ich war so,
    Wie ihr es wolltet:
    Angepasst, fügsam und klein,
    Doch das Blatt hat sich gewendet -
    Ich will nicht mehr
    Nur Durchschnitt sein.
    Nur noch ich selbst!

    Aus grau wurde rot,
    Aus Nebel Sonnenschein.
    Aus der Glut wurde Feuer
    Und aus Wasser wurde Wein.

    Träume fingen an zu atmen
    Wie ein Albatros im Wind.
    Seine Starts sind unbeholfen,
    Doch sein Flug stark und bestimmt.


    © Sylvie Grohne


    "Albatros" gewann den "Jokers Lyrik-
    Preis" 2005
    .


    Hausverbot


    Erzähle mir keine neuen Märchen
    Mach nicht auf Andersen und Grimm
    Lang schon glaub' ich Dir kein Wort mehr
    Schweig - es hat keinen Sinn.

    Vielleicht glaubst Du selber was Du sagst
    Flüchtest in die Illusion
    Doch all die bunten Wortgemälde
    Glaube mir - ich kenne sie schon

    Aus den Räumen meines Herzens
    Bist Du raus - hast Du kapiert?
    Habe alle Wände neu bemalt
    Und alles neu saniert

    In die Räume meines Herzens
    Lass' ich Dich nie mehr hinein
    Denn dort hast du nur vandaliert
    Für Dich ist es nun - aus Stein


    © Sylvie Grohne



    Penelope


    Es war einmal ein Nilpferd,
    (ein kleines),
    das träumte vor sich hin.
    Penelope, so hieß es,
    wäre so gerne Tänzerin.

    Doch wenn es dies erzählte,
    wurde es verlacht -
    Du bist doch viel zu dick!
    Das ist doch gar nicht schick! -
    Und es wurde ihm erklärt,
    dass so etwas ein Nilpferd
    weder kann noch macht.

    Doch es ließ sich nicht beirren.
    Hörte gar nicht hin.
    Und eines Tages war es dann
    tatsächlich Tänzerin.

    Und das Nilpferd Penelope
    tanzt seitdem den Schwanensee.

     

    © Sylvie Grohne